Im digitalen Raum der sozialen Arbeit entstehen täglich zahlreiche Daten über Nutzer*innenverhalten, Bedarfe und Kapazitäten. In vielen Organisationen bleiben diese Informationen jedoch oft unsichtbar und ungenutzt, weil unklar ist, welche Daten tatsächlich vorliegen und wie sie sinnvoll eingesetzt werden können. Dabei bieten gerade diese Daten das Potenzial, die Beratungsarbeit deutlich zu verbessern, ohne die Mitarbeitenden vor Ort zusätzlich zu belasten.
Erfolgreiche Zusammenarbeit als Schlüssel bei der [U25] Online-Suizidprävention
Diese Herausforderung führte dazu, dass Fachreferent*innen und Sozialarbeiter*innen von U25 erstmals in einem übergreifenden Pilotprojekt des Deutschen Caritasverbandes mit Datenexpert*innen von CariData zusammenarbeiteten. U25 ist ein kostenloses und anonymes Online-Beratungsangebot des Deutschen Caritasverbandes, bei dem speziell ausgebildete junge Ehrenamtliche Gleichaltrigen in suizidalen Krisen niedrigschwellig und einfühlsam per Mail helfen. Ziel war es, ein fundiertes Verständnis dafür zu entwickeln, welche Datenquellen im Rahmen der Online-Suizidberatung tatsächlich vorhanden sind und welche Erkenntnisse für das Beratungsangebot daraus gewonnen werden können.
Automatisch generierte Daten effektiv nutzen
Im laufenden digitalen Betrieb von U25 fallen nur sehr wenige Daten an – etwa Zugriffsstatistiken oder Kommunikationsmetadaten. Denn natürlich werden bei U25 strengste Datenschutzrichtlinien eingehalten, sodass ausschließlich verhaltensbezogene, anonymisierte Daten erfasst werden. Trotzdem ist es möglich, aus diesen Daten mit der richtigen Methodik wichtige Schlüsse zu ziehen – nicht über die einzelnen Ratsuchenden aber z.B. für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage der Beratung über die Zeit.
Best-Practice und überraschende Einblicke
Anhand einer exemplarischen User-Journey verdeutlichen wir in der Session, wie unterschiedliche Datenströme ausgewertet werden können. Dabei betrachten wir verschiedene Stationen und Berührungspunkte der Nutzer*innen, um zu zeigen, welche Datensignale entstehen – und wie diese genutzt werden, um die Nutzererfahrung und Beratung gezielt zu verbessern. Zudem präsentieren wir überraschende Ergebnisse aus Peer-Befragungen, die ohne digitale Erhebung verborgen geblieben wären. So machen wir deutlich, wie Daten dazu beitragen können, die Wirkung sozialer Angebote sichtbar zu machen und besser zu steuern. In der Session erfahren Sie außerdem, wie aus der Analyse dieser Daten konkrete Steuerungsinformationen abgeleitet werden können – etwa zur realistischen Einschätzung des Beratungsbedarfs und zur fundierten Planung von Personal- und Kapazitätsressourcen.
Transfer in die Zukunft: Übertragbarkeit auf andere Angebote möglich
Gemeinsam möchten wir in der Session außerdem diskutieren, wie die gewonnenen Erkenntnisse und Methoden von U25 auf andere digitale Angebote der Wohlfahrt übertragen werden können.
Digitalisierung bedeutet nicht nur Datensammlung, sondern vor allem nutzbringende, nachhaltige und praxisnahe Analyse – als Grundlage für zukunftsfähige soziale Angebote.
Mehr Infos zu [U25]: www.u25.de
Mehr Infos zu den beteiligten Datenprojekten:
caritas-digital.de/projekte/caridata
Kontakt
Dr. Georg Förster (georg.foerster@caritas.de)
Janna Kleine-Huster
(janna.kleine-huster@caritas.de)
Stephanie Agethen
(stephanie.agethen@caritas.de)
Deutscher Caritasverband e.V.
Input
Dr. Georg Förster (CariData)
